Stress im Studium: Für genug Ausgleich sorgen

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Stress im Studium
Stress im Studium

Jeden Tag bis mittags schlafen, abends Party machen und dazwischen vielleicht mal eine Vorlesung besuchen – dieses Klischee des Studentenlebens hat nichts mit der Realität gemeinsam. Tatsächlich ist ein Studium in den meisten Fällen sehr arbeitsintensiv und mit viel Stress verbunden. Insbesondere, wenn Abgabefristen oder Klausuren bevorstehen, Gruppenarbeiten bewältigt werden müssen oder die Seminare und Vorlesungen wöchentlich eine umfangreiche Vor- und Nachbereitung erfordern, kann die Arbeitsbelastung mit einer psychischen Belastung einhergehen. Um mental gesund zu bleiben und die Herausforderungen eines Studiums gut meistern zu können, ist es wichtig, Stress zu managen und einen Ausgleich zu finden.

Stress ist nicht gleich Stress

Wenn wir von Stress sprechen, meinen wir damit in der Regel eine negative Belastung, einen Zustand, der unser Wohlbefinden vermindert und uns beispielsweise leicht reizbar macht oder uns schlecht schlafen lässt. Diese Art von Stress kann uns auf Dauer krankmachen und etwa zu Burnout, Panikattacken oder Depressionen führen. Sie wird auch als Distress bezeichnet. Stress kann jedoch auch etwas Positives sein, nämlich dann, wenn er uns bei Aufgaben, auf die wir uns freuen, oder denen wir uns gewachsen fühlen, beflügelt. Dann handelt es sich um sogenannten Eustress. Er steigert unsere Leistungsfähigkeit und lässt uns Aufregung auf eine gute Art empfinden, wie beispielsweise bei einem Date oder in der Geisterbahn. Bei Stress handelt es sich also grundsätzlich um einen Erregungszustand. Problematisch wird es, wenn keine ausgleichende Entspannung stattfinden kann. Dann kann nämlich sowohl Eustress als auch Distress belastend für Körper und Geist werden. Distress sollte nach Möglichkeit minimiert werden, Eustress hingegen ist zunächst einmal erstrebenswert, nur ein Übermaß gilt es zu vermeiden.

Ausgleich schaffen

Stress kann und sollte auch nicht gänzlich vermieden werden. Stattdessen sollte immer für einen Ausgleich gesorgt werden, damit neue Kraft getankt und Anspannung gelöst werden kann. Aber wie kann ein solcher Ausgleich aussehen?

Sport

Bewegung ist ein wahres Wundermittel gegen Stress. Sie hilft, Stresshormone abzubauen und stimmungsaufhellende Hormone wie Endorphin und Serotonin zu produzieren. Wer regelmäßig Sport treibt, wird außerdem resistenter gegen Stress, sodass auch in fordernden Zeiten das Stresslevel moderat bleibt und das Wohlbefinden weniger schnell durch eine hohe Arbeitsbelastung zu sinken droht. Dabei sollte aber bedacht werden, dass leistungsorientierter Sport das Gegenteil erreichen kann und möglicherweise selbst zum Stressor wird. Um Stress loszuwerden, sollte beim Sporttreiben der Spaß im Fokus stehen. Das Training sollte immer dem individuellen Leistungsniveau entsprechen und zwar auspowern, aber nicht überanstrengen.

Richtig entspannen

Dass Entspannung gut gegen Stress ist, dürfte wohl jedem klar sein. Wie richtig entspannt wird, wissen viele aber nicht. Nach einem anstrengenden Tag entspannen viele vor dem Fernseher, oder indem sie mit dem Smartphone durch Social Media und Co. scrollen. Meinen sie zumindest. Tatsächlich sind diese Aktivitäten jedoch nicht gut dafür geeignet, sich zu erholen. So stellte die Mainzer Universität in einer Studie fest, dass Probanden, die ihren Feierabend mit der Nutzung von technischen Geräten füllen, eher unglücklich seien und häufig Schuldgefühle erlebten, weil sie ihre Zeit auf diese Art verbringen. Auffällig war auch, dass die erfahrene Erholung durch fernsehen und ähnliche Aktivitäten umso geringer war, je erschöpfter die Probanden waren. Bereits gestresste Personen wurden also eher noch gestresster, wenn sie ihren Feierabend vor dem Fernseher verbrachten. Lesen hingegen soll den Stresslevel effektiv senken können, wie eine Studie der University of Sussex nahelegt. Sogar die Lebenserwartung soll durch das Lesen gesteigert werden können. Es gibt aber auch einige spezielle Techniken, mit denen besonders effektiv entspannt werden kann. Dazu zählen zum Beispiel die Progressive Muskelentspannung, autogenes Training, Meditation, Yoga und Tai-Chi. Diese erfordern in der Regel etwas Übung, doch stellen sie eine Möglichkeit dar, Stress selbstbestimmt und zuverlässig zu senken.

Wellness

Wellness – hier verrät der Name schon, dass es darum geht, sich gut zu fühlen. Eine Gesichtsmaske, eine Schlammpackung, eine Massage und dergleichen mehr, können unserem Körper etwas Gutes tun und es unserem Geist erlauben, zur Ruhe zu kommen. Jetzt sind regelmäßige Tage im Spa leider meist außerhalb des studentischen Budgets. Doch auch zuhause kann Wellness praktiziert werden, beispielsweise durch ein gut duftendes Schaumbad, das Anwenden eines selbstgemachten Peelings oder mit Gesichtsmasken aus der Drogerie. Besonders wirkungsvoll gegen Stress ist ein Besuch in der Sauna. Die Wärme lockert die Muskulatur, entspannt sie also im wahrsten Sinne des Wortes. Auch auf die Psyche haben Saunagänge positiven Einfluss. Obendrein wird das Immunsystem gestärkt. Eine eigene Sauna, wie es beispielsweise in Finnland üblich ist, dürften die meisten hierzulande wohl kaum haben. Viele Fitnessstudios und Schwimmbäder verfügen jedoch über Saunen, sodass ein Besuch nicht unbedingt kostspielig sein muss. Nach dem Studium kann der Traum vom eigenen Saunahaus aber vielleicht tatsächlich erfüllt werden, denn wie zum Beispiel hier zu sehen, gibt es auch günstigere Modelle, die Entspannung im Alltag erlauben.

Ernährung

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung versorgt den Körper und somit auch das Gehirn mit allen benötigten Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien. Das ist eine hervorragende Ausgangslage, um Stress zu bewältigen und sich fit zu fühlen. Selber frisch zu kochen kann zudem Spaß machen und manchmal auch beruhigend sein, beispielsweise beim Schnippeln von Gemüse, wenn ein meditationsartiger Zustand erreicht wird und der Fokus einzig und allein auf der Tätigkeit liegt. Von Fastfood und Naschzeug sollte sich jedoch besser ferngehalten werden. Stattdessen kann der Verzehr von Nüssen, Hülsenfrüchten, Gemüse, Haferflocken und Bananen den Körper beim Stressabbau unterstützen.

Freie Zeit mit Hobbys und sozialen Kontakten verbringen

Es ist wichtig, seine Freizeit zumindest teilweise so zu verbringen, dass Freude daran aufkommt. Hobbys stellen dementsprechend ebenfalls einen Ausgleich zu Stress dar. Ihnen sollte regelmäßig genug Zeit eingeräumt werden, egal ob sich jemand gerne künstlerisch betätigt, im Garten arbeiten möchte, ein Instrument oder Gesellschaftsspiele spielt oder etwas ganz Anderes genießt zu tun. Wenn es schwerfällt, sich nach einem langen Tag dazu aufzuraffen oder immer irgendwie andere Dinge vorgezogen werden, dann kann es helfen, sich feste Zeiten zu setzen. Das muss auch gar nicht viel sein. So könnten Studenten zum Beispiel wöchentlich zwei Stunden für ihre Hobbys einplanen und diese Termine auch wirklich einhalten. Mit Sicherheit können kurz darauf positive Effekte auf das Wohlbefinden und das Stressempfinden festgestellt werden. Soziale Kontakte mit Menschen, die einem am Herzen liegen und deren Gesellschaft genossen wird, sind ein weiterer effektiver Stresskiller. Sie sollten nicht vernachlässigt werden. Zeit für ein kurzes Telefonat, eine gemeinsame Kaffeepause oder ein gemeinsames Abendessen ist fast immer zu finden, wenn der Wille da ist. Auch hier lohnt es sich, sich trotz Erschöpfung aufzuraffen, um neue Energie zu schöpfen und Stress durch soziale Kontakte zu minimieren.

Mit diesen Tipps sollte der Stress im Studium kein großes Problem mehr sein!