Besser durchs Studium mit Haustieren

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Haustiere im Studium
Haustiere im Studium

Haustiere machen das Leben schöner. Sie werden zu einem echten Freund oder sogar Familienmitglied und sind erwiesenermaßen gut für die Gesundheit. Wer ein Haustier hat, fühlt sich laut verschiedenen Studien weniger einsam und gestresst und hat sogar ein besseres Immunsystem. Allerdings ist mit der Haustierhaltung auch ein großes Maß an Verantwortung verbunden. Ein Tier ist kein Spielzeug und muss stets umsorgt und gepflegt werden. Außerdem können Haustiere im Unterhalt teuer sein. Deswegen muss man sich gut überlegen, ob man dem gewachsen ist. Für Studierende ist das Halten eines Haustieres oft eine besondere Herausforderung, nicht nur finanziell, sondern auch auf Grund ihrer Wohnsituation und universitären Verpflichtungen. Wir geben euch deshalb einen Überblick, welche Haustiere sich besonders gut mit dem Studium vereinbaren lassen und worauf ihr unbedingt achten solltet.

Die Kosten nicht unterschätzen

Man kann es nicht oft genug sagen: Haustiere sind teuer. Sie brauchen nicht nur Futter und Wasser. Schafft man sich beispielsweise einen Hund an, benötigt man in der Regel Leine und Geschirr, gegebenenfalls ein Hundebett. Eine Katze benötigt einen Kratzbaum und ein Katzenklo. Für Nager und Vögel braucht es einen vernünftigen Käfig oder eine Voliere mit einer angemessenen Ausstattung. Terrarien und Aquarien können ebenfalls teuer werden, wenn sie ordentlich ausgestattet werden. Vermutlich möchte man zudem etwas Spielzeug anschaffen. In den meisten Fällen wird eine Transportbox benötigt. Doch mit der Erstausstattung ist es längst nicht getan. Dazu kommen viele regelmäßige Kosten. Bei einem Hund wären das zum Beispiel Futter, Hundesteuer, Pflegeprodukte, Kotbeutel und gesetzlich vorgeschriebene Versicherungen. Wer etwas knapp bei Kasse ist, sollte also im Vorfeld unbedingt eine Kostenaufstellung erstellen und überprüfen, ob die monatliche finanzielle Belastung zu stemmen ist. Ein besonderer Faktor sind zudem Tierarztkosten. Haustiere sollten zum einen regelmäßig zur Vorsorge, was bereits teuer sein kann. Doch sollte dem geliebten Vierbeiner oder Vogel tatsächlich mal was fehlen, können ohne weiteres Tausende von Euros fällig werden. Diese Kosten können Studis in echte Krisen stürzen. Deshalb ist es ratsam, eine Krankenversicherung für das Haustier abzuschließen. Dadurch muss man zwar monatlich etwas mehr zahlen, ist im Fall der Fälle aber meist gut abgesichert.

Die Wohnsituation analysieren

Du solltest sicherstellen, dass das Tier genug Platz hat. Ein großer Hund wird in einer kleinen Wohnung nicht glücklich. Tiere, die im Käfig gehalten werden, wie Meerschweinchen oder Kaninchen, sollten dennoch häufig Auslauf bekommen. Zudem sollte die Wohnung haustiersicher sein. Kleinteile sollten nicht herumliegen, da sie ansonsten schnell verschluckt werden. Kabel sollten gesichert werden, damit sie nicht angeknabbert werden können. Regale müssen so befestigt werden, dass zum Beispiel eine kletternde Katze sie nicht umreißen kann. Fenster, die auf Kipp gestellt sind, können zur Todesfalle für Katzen werden. Tipps, wie man eine Wohnung oder auch den Balkon katzensicher macht, findet man zum Beispiel hier, in speziellen Foren rund um die Katzenhaltung. Ebenfalls wichtig zu wissen: einige Pflanzen sind giftig für bestimmte Haustiere. All dies und noch mehr muss beachtet werden, wenn man sich ein Tier ins Haus holt. Genügend Platz ist somit nur die Grundvoraussetzung, oftmals müssen einige Anpassungen vorgenommen werden, damit das Tier gut in einer Wohnung leben kann. Wer nicht alleine wohnt, muss die Haustierhaltung außerdem mit seinen Mitbewohnern absprechen. Ist beispielsweise jemand allergisch gegen das gewünschte Haustier oder hat Angst davor, platzt der Traum. Insbesondere bei Tieren, die sich in der gesamten Wohnung aufhalten würden, wie Hunde und Katzen, ist es wichtig, dass alle Mitbewohner mit der Haltung einverstanden sind.

Aber Achtung: Haustierhaltung ist nicht überall erlaubt. Wohnst du im Studentenwohnheim, darfst du in den häufigsten Fällen kein Tier halten. Doch auch in vielen Mietwohnungen darf nicht jedes Haustier leben. Hunde werden häufig abgelehnt. Ein generelles Tierhaltungsverbot ist jedoch unwirksam.

Der Faktor Zeit

Die dritte große Voraussetzung für die Haustierhaltung ist genügend Zeit. Die meisten Tiere sind soziale Wesen und leiden darunter, zu viel alleine zu sein. Wer den ganzen Tag in der Uni oder unterwegs ist, sollte also keine Tiere halten. Mit Hunden muss außerdem regelmäßig Gassi gegangen werden, Katzen freuen sich über Katzenspielzeug und Zeit zusammen. Das muss unabhängig vom Stundenplan, der sich von Semester zu Semester ändern kann, sichergestellt werden. Die Pflege eines Haustieres muss zuverlässig stattfinden und nimmt einiges an Zeit in Anspruch. Spontane Übernachtungen oder Reisen werden schwierig. Du musst in solchen Fällen immer jemanden finden, der sich so lange um dein Tier kümmert. In einer WG lässt sich dies manchmal leicht klären, aber auch nur, wenn deine Mitbewohner selbst Zeit und dein Tier ins Herz geschlossen haben. Wohnst du alleine wird das Ganze bereits deutlich umständlicher. Strebst du ein Auslandssemester oder längere Praktika an anderen Orten an, verträgt sich das nicht mit der Haustierhaltung. Ein Tier ist eine langfristige Verpflichtung, du solltest vor der Anschaffung also sicherstellen, dass du dem Tier nicht nur aktuell, sondern auch in den kommenden Jahren angemessen viel Zeit widmen kannst.

Welches Haustier eignet sich denn nun für Studis?

Letztlich kommt es auf die individuellen Voraussetzungen und Vorlieben an. Viele träumen vom eigenen Hund, das ist aber tendenziell mit den höchsten Kosten und den meisten Verpflichtungen verbunden. Deshalb sind andere Haustiere für viele Studis besser geeignet. Katzen sind ebenfalls tolle Mitbewohner, die man knuddeln kann, sind in der Haltung aber etwas pflegeleichter als Hunde. Sie erledigen ihr Geschäft im Katzenklo, wodurch regelmäßiges Gassi gehen entfällt und sie brauchen generell nicht ganz so viel Aufmerksamkeit wie Hunde. Sie können, wenn es sein muss, auch mal mehrere Stunden alleine gelassen werden. Dann sollten Katzen jedoch unbedingt zu zweit gehalten werden. Ebenfalls zum Kuscheln, aber noch pflegeleichter, sind Kaninchen, Meerschweinchen und andere Nager. Sie sollten nicht alleine gehalten werden, kommen dann aber gut aus, solange man sie regelmäßig füttert und den Stall säubert. Einige Reptilien sind ebenfalls einfach in der Pflege, da sie sich selbst beschäftigen und wenig Aufmerksamkeit brauchen. Sie sind aber nicht die klassischen Kuschelgesellen, nach denen sich viele Menschen sehnen. Außerdem fallen hohe Stromkosten für das Terrarium an, die nicht vergessen werden dürfen. Wellensittiche und ähnliche Vögel sind für viele Studierende attraktive Haustiere, da ihre Haltung sehr günstig ist. Sie sind ebenfalls pflegeleicht, allerdings sollten sie jeden Tag die Möglichkeit bekommen, in der Wohnung zu fliegen. Dabei kann es auch mal zu Unfällen kommen, die weggeputzt werden müssen. Man kann gut mit ihnen interagieren und ihnen sogar Tricks beibringen, das Kuscheln kommt mit den geflügelten Freunden aber auch eher zu kurz. Bleiben noch Fische. Diese Haustiere eignen sich nicht zum Spielen und Streicheln, dafür aber hervorragend zum Beobachten. Fische sind genügsam, geben aber nur wenig zurück. Das macht sie zu weniger beliebten Haustieren.

Fazit

So schön es auch ist, ein Haustier zu haben, nicht immer sind die Voraussetzungen dafür gegeben. Im Sinne des Tierwohls ist es unter Umständen besser darauf zu verzichten. Bevor man sich ein Tier zulegt, muss sehr genau überprüft werden, ob man ihm langfristig gerecht werden kann. Vielleicht passt die Haltung eines anderen Haustieres viel besser zur aktuellen Lebenssituation, sodass man sich möglicherweise besser Kaninchen als einen Hund zulegt. Wenn es mit dem eigenen Haustier nicht klappen sollte, kann man aber Möglichkeiten finden, dennoch Zeit mit Tieren zu verbringen. In vielen Tierheimen kann man ehrenamtlich aushelfen, mitunter kann man durch Hunde- oder Katzensitting sogar etwas Geld verdienen. Vielleicht gibt es in deiner Nähe auch einen Bauern-, Reiter- oder Gnadenhof, auf dem du ab und zu aushelfen darfst. Mit einer Portion Kreativität kannst du dein Leben auch ohne eigenes Haustier etwas tierischer gestalten.