Das Leben in einer Studenten-WG ist für viele eine prägende Zeit, bunt, lebendig, häufig chaotisch. Doch irgendwann kommt der Moment, an dem die Wege der Mitbewohner auseinandergehen. Sei es, weil das Studium beendet ist oder neue Lebensabschnitte wie ein Zusammenziehen mit dem Partner anstehen. Was passiert dann mit den alten Sachen? Wer in die erste eigene Wohnung zieht, möchte möglicherweise einen kompletten Neustart, die Wohnung Entrümpeln und die alten WG-Zimmer-Möbel loswerden. Und wer ins Ausland geht, versucht häufig möglichst viel überflüssigen Ballast loszuwerden. Doch im Laufe der Zeit hat sich vermutlich so einiges in der WG angesammelt. Eine Auflösung oder ein Wechsel innerhalb der WG bringt deshalb immer die Herausforderung mit sich, angesammelte Besitztümer zu durchforsten und zu verteilen. Gerade wenn eine WG über viele Jahre bestand, findet man in der Wohnung, im Keller oder auf dem Dachboden oftmals Sachen, deren Zuordnung gar nicht mehr so einfach ist. Spätestens dann wird es Zeit für eine umfassende Entrümpelung.
Der erste Schritt: Sich einen Überblick verschaffen
Bevor es ans Entrümpeln geht, ist es wichtig, ein klares Bild von den vorhandenen Gegenständen zu bekommen. Gemeinsam mit den (ehemaligen) Mitbewohnern sollte eine Bestandsaufnahme gemacht werden. Dies kann in folgenden Schritten geschehen:
- Wohnungsbereiche durchgehen: Geht Raum für Raum durch die Wohnung und notiert, welche Gegenstände zu wem gehören. Dies betrifft auch oder sogar ganz besonders gemeinschaftlich genutzte Räume wie Küche oder Wohnzimmer.
- Keller und Dachboden nicht vergessen: Oft landen dort Sachen, die im Alltag nicht benötigt werden und daher leicht in Vergessenheit geraten. Hier können sich wahre Schätze, aber auch nutzlose Altlasten verstecken.
- Klärung von Eigentumsfragen: Manche Gegenstände werden als gemeinsames Eigentum angeschafft, wie etwa Küchenutensilien oder Möbel. Hier sollte fair entschieden werden, wer was übernimmt oder ob einige Dinge verkauft und der Erlös geteilt wird.
Entscheidungen treffen: Was soll mit den Dingen passieren?
Nach der Bestandsaufnahme folgt die Entscheidung, was mit den Gegenständen geschehen soll. Hier gibt es typischerweise die folgenden Optionen:
Behalten: Gegenstände, die weiterhin benötigt werden oder einen persönlichen Wert haben, sollten von den jeweiligen Besitzern mitgenommen, beziehungsweise während der Entrümpelung sicher verwahrt werden. Das gilt auch für Dinge, die anderen gehören. Selbst wenn ihr einen ehemaligen Mitbewohner schon mehrfach erfolglos aufgefordert habt, doch endlich seinen Kram abzuholen, dürft ihr ihn nicht einfach wegwerfen, denn dies könnte rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. In solch einem Fall am besten eine schriftliche Frist setzen und per Einschreiben versenden.
Verkaufen: Viele Dinge, die nicht mehr gebraucht werden, haben noch einen Wert und können verkauft werden. Flohmärkte, Online-Plattformen wie Vinted oder Kleinanzeigen sowie spezialisierte Second-Hand-Läden sind gute Anlaufstellen. Ihr könnt auch ein Event daraus machen und zum Beispiel einen eigenen Hofflohmarkt organisieren. Das kann nicht nur eine Möglichkeit sein, alte Sachen zu verkaufen, sondern auch einen schönen Abschluss für die gemeinsame Zeit in der WG darstellen. Es bietet eine Gelegenheit, sich ein letztes Mal zu treffen, Erinnerungen auszutauschen und gleichzeitig das Haushaltsbudget ein wenig aufzubessern.
Verschenken: Vielleicht wisst ihr ja, dass sich eine Freundin sehr über eure aussortierten Bücher freuen würde oder Studienanfänger gerade dringend nach Möbeln suchen, um sich ihre eigene WG einzurichten. Man kann aber nicht nur im Freundes- und Bekanntenkreis verschenken, sondern ebenfalls über Online-Plattformen. Besonders, wenn man Dinge schnell loswerden möchte, ist das oft praktisch. In wenigen Minuten ist zum Beispiel das alte Sofa als „zu verschenken“ und für Selbstabholer inseriert.
Spenden: Was ihr nicht mehr benötigt, aber anderen vielleicht das Leben leichter machen kann, kann natürlich auch gespendet werden. Zum Beispiel an wohltätige Organisationen oder Sozialkaufhäuser. Spendet aber nur Dinge, die heil und funktionstüchtig sind und ihr selbst noch nutzen würdet.
Wegwerfen: Dinge, die kaputt sind oder keinen Wert mehr haben, sollten entsorgt werden. Hier ist es wichtig, Mülltrennung und Recycling zu beachten. Bedenkt, dass es oft einige Wochen dauert, bis eine Sperrmüllabholung erfolgen kann. Gegebenenfalls ist es zudem nötig, einen Transporter zu organisieren, um alles zum Wertstoffhof bringen zu können, was bei der Sperrmüllabholung nicht mitgenommen wird.
Geht wirklich jeden Gegenstand durch und überlegt, ob ihr ihn behalten wollt, er jemand anderem Freude bereiten kann oder er ein Fall für die Tonne ist. Am besten legt ihr für jede Kategorie einen eigenen Haufen an, damit die jeweilige Entscheidung klar ersichtlich ist und es nicht doch noch zu Verwechslungen kommt.
Logistik-Herausforderung Entrümpelung
Wenn lediglich eine Person auszieht, fällt in der Regel nicht allzu viel Arbeit an. Soll die gesamte WG aufgelöst werden, sieht das jedoch schnell ganz anders aus. In Studienmetropolen klappt das mit dem Verschenken und Spenden meist aber ganz gut. Allein in Berlin gibt es rund 200.000 Studierende. Durch den ständigen Wandel und die hohe Dichte an Studierenden gibt es hier eine riesige und dankbare Abnehmerschaft für alles, was in der alten WG keinen Platz mehr findet. Beliebt sind auch „Zu verschenken“-Kisten, die einfach für einige Stunden vor der Haustür abgestellt werden. Die Berliner Stadtreinigung betreibt mit der „NochMall“ ein eigenes Gebrauchtwarenkaufhaus, in dem gut erhaltene Möbel und Hausrat eine zweite Chance bekommen. Ähnliche Modelle gibt es in vielen weiteren Städten. In der Großstadt haben jedoch nur wenige Studierende ein Auto, was den Transport erschwert. Zudem sind die Wege zum Wertstoffhof meist lang. Wenn dann noch der Umzug aus einem typischen Berliner Altbau im vierten Stock ohne Aufzug ansteht, kommt man bei einer Entrümpelung in Eigenregie schnell an die eigenen Grenzen. Um sich diesen Stress zu ersparen, kann man sich von Fachleuten helfen lassen.
Professionelle Unterstützung: Entrümpelungsdienste
Wenn die Menge der Dinge, die aussortiert und entsorgt werden müssen, überwältigend ist, kann die Hilfe eines professionellen Entrümpelungsdienstes in Betracht gezogen werden. Diese Dienstleister haben Erfahrung und die nötigen Mittel, um schnell und effektiv zu arbeiten und kümmern sich um die umweltgerechte Entsorgung von allem, was ihr loswerden möchtet. So könnt ihr euch auf wichtigere Dinge, wie den Umzug oder die neue Lebensplanung, fokussieren. Am einfachsten ist es, sich nach passenden Anbietern in der Region umzusehen. Bekannt ist zum Beispiel das Unternehmen Beräumfix, das seit mehr als 20 Jahren Haushaltsauflösungen durchführt und mittlerweile in ganz Deutschland tätig ist. Hört euch auch bei Freunden und Bekannten um, vielleicht können sie sogar einen Anbieter empfehlen oder auch von einem abraten. Grundsätzlich solltet ihr darauf achten, dass die Preise transparent sind. Seriöse Unternehmen erstellen meist erst ein Angebot, nachdem sie eine kostenlose Besichtigung durchgeführt haben und einen Überblick über den erforderlichen Arbeitsaufwand gewinnen konnten. Dennoch sind professionelle Entrümpelungen immer mit Kosten verbunden, was bei studentischem Budget ein Problem darstellen kann. Sprecht im Vorfeld miteinander, wer bereit ist, wieviel finanziell beizusteuern. Ihr müsst gemeinsam abwägen, ob euch die professionelle Unterstützung das Geld wert ist, oder ob ihr lieber selbst kräftig anpackt.
